Film-Rekonstruktionen der Stadt Rom – ab 21. Mai in Mannheimer Päpste-Ausstellung

Die Wiederauferstehung der „ewigen Stadt“ Rom

Mannheimer Päpste-Ausstellung zeigt einzigartige filmische Rekonstruktionen der Stadt Rom von der Antike bis zur Renaissance

Am 21. Mai 2017 öffnet die Sonderausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen ihre Tore. Rund 330 Kulturschätze lassen dann die Geschichte des Papsttums von seinen Anfängen bis zum Vorabend der Reformation lebendig werden. Ein Highlight der Ausstellung sind die cineastisch anmutenden Film-Rekonstruktionen Roms, die die Stadt am Tiber von der Antike bis zur Renaissance zeigen. Mit höchstem technischem Aufwand und auf Basis neuester Forschungserkenntnisse wurden die Filme von Faber Courtial, 3D-Spezialisten für fotorealistische Rekonstruktionen, eigens für die Ausstellung produziert. Sie dokumentieren, wie das Schicksal Roms von der Entwicklung des Christentums im Allgemeinen und des Papsttums im Besonderen bestimmt wurde.

Die Geschichte des Papsttums ist die Geschichte Roms. Wie keine andere Stadt ist das Schicksal Roms seit der Antike an das Schicksal der Päpste geknüpft. Der Legende nach soll Apostel Petrus in der Stadt am Tiber zu Tode gekommen und begraben worden sein. Seit dem 2. Jahrhundert verehren Christen seine vermeintliche Grabstätte, über der Kaiser Konstantin schließlich die heute nicht mehr existierende Kirche Alt-St. Peter erbauen ließ. Heute erstrahlt an diesem Ort der prächtige Bau des Petersdoms. Seit der Spätantike beeinflusst die Anwesenheit der Päpste das Schicksal und den Wohlstand Roms und seiner Einwohner. In der Mannheimer Ausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ zeigen drei filmische Rekonstruktionen entscheidende Phasen in der Stadtentwicklung Roms, stets in enger Verbindung mit der Geschichte des Christentums und der Päpste. Sie zeigen Rom zur Zeit Kaiser Neros, die urbanen Veränderungen im 5. Jahrhundert als die ersten großen Kirchen der Christenheit erbaut wurden, und schließlich die neue Blüte Roms in der Renaissance unter Papst Julius II.

Die fotorealistischen Rekonstruktionen Roms erstellte das 3D-Studio Faber Courtial aus Darmstadt. Durchschnittlich haben zehn Mitarbeiter sechs Monate lang auf Basis neuester Forschungsergebnisse das Rom vergangener Jahrhunderte wiederauferstehen lassen. Zur Verfügung stand ihnen eine große Menge an Erkenntnissen, Veröffentlichungen und bereits existierender (Teil-)Rekonstruktionen. „Diese breite Grundlage für die Filme war natürlich ein wahrer Schatz, aber auch eine große Herausforderung für uns.“, so Jörg Courtial, Geschäftsführer des Darmstädter Studios. „Um einen realistischen Gesamteindruck von der Stadt zu gewinnen, mussten 156 Gebäude detailliert modelliert werden, um die verschiedenen Bauformen wie Wohn- und Geschäftshäuser oder die großen oberirdischen Grabbauten des antiken Roms im Stadtgebiet realistisch einzubinden. Wie sagt man so schön: Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Unser Team hat sich dieser großen Aufgabe mit viel Herzblut gute 150 Tage gewidmet.“ Das Ergebnis überzeugt: Noch nie wurde die Stadt Rom in so einer Detailtreue in gleich drei Zeitphasen in 3D rekonstruiert. Allein 46.000 Wohnhäuser dokumentieren die gewaltige Ausdehnung, die Rom in der Spätantike erfahren hat. Überraschend auch die ungewohnte Ansicht der Tiber-Stadt im 14. und beginnenden 15. Jahrhundert, als durch den Wegzug der Päpste nach Avignon Roms Zentrum verfiel und zwischen den architektonischen Relikten des berühmten Forum Romanum das Vieh weidete. Rom – die „ewige Stadt“ – blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, für den Ausstellungsbesucher wird sie durch die filmischen Rekonstruktionen erfahrbar. „Das Ergebnis ist beeindruckend.“, stellt Alfried Wieczorek, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen zufrieden fest. „Die Filme in der Ausstellung führen gemeinsam mit den hochkarätigen Exponaten den Ausstellungsbesuchern die historischen Wirkstätten des Papsttums vor Augen wie man sie heute an den Originalschauplätzen aufgrund der Bauveränderungen und Umwälzungen der letzten Jahrhunderte nicht mehr erleben kann.“

Über die Ausstellung
Die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen bereiten mit der Universität Heidelberg und der gemeinsamen Forschungsstelle „Geschichte und kulturelles Erbe“ die Sonderausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ vor. An dem Projekt sind vatikanische Einrichtungen ebenso wie namhafte Wissenschaftsinstitute beteiligt. Noch nie zuvor hat ein Ausstellungsprojekt die Geschichte des Papsttums umfassend dargestellt. Im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 präsentiert die Schau anhand hochkarätiger Leihgaben aus dem Vatikan und weiteren Museen die faszinierende Entwicklung des Papsttums von den Anfängen bis zur Renaissance. Die Ausstellung ist vom 21. Mai bis 31. Oktober 2017 in Mannheim zu sehen. Die Verantwortlichen konnten als Schirmherren den Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert gewinnen. Hauptförderer der Ausstellung ist die Baden-Württemberg Stiftung. www.paepste2017.de

Über Faber Courtial
Faber Courtial ist ein langjähriger Partner der Reiss-Engelhorn-Museen. Die fotorealistischen 3D-Rekonstruktionen und visuellen Effekte des Studios für digitale Produktion aus Darmstadt begeistern seit 1998 Besucher und Zuschauer durch ihren besonderen cineastischen Look und ihre große Detailfülle – sowohl in Museen als auch bei hochkarätigen TV-Dokumentationen. Detailgenau haben die 3D-Experten die Antike von Babylon über Jerusalem bis Athen und Rom wiederaufgebaut oder in Städten wie Berlin und Wien die Zeit zurückgedreht. Nun sind erste Zeitreisen in Virtual Reality entstanden, u.a. für die ZDF-Reihe Terra X.

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