Schloss und Schlossgarten Schwetzingen: 10. Dezember 1724: Carl Theodor von der Pfalz wird geboren

Am 10. Dezember 1724, vor genau 296 Jahren, wurde Carl Theodor von der Pfalz geboren. In seiner über 50-jährigen Regierungszeit führte der aufgeklärte Landesherr Kunst und Wissenschaft in der Kurpfalz zu neuen Höhen. Davon profitierte auch die von Carl Theodor hochgeschätzte Sommerresidenz in Schwetzingen. 1771 wurde er durch dynastische Verbindungen auch noch Kurfürst von Bayern. Carl Theodor steht für den Gipfelpunkt der Macht der pfälzischen Kurfürsten und zugleich für den höchsten Glanz der Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts. Schon vier Jahre nach seinem Tod verändert sich alles: Mit Napoleon wird die Kurpfalz badisch.

Carl Theodor von der Pfalz
Geboren wurde Carl Theodor am 10. Dezember 1724 in Schloss Drogenbusch bei Brüssel. Sein Vater, Herzog Johann Christian von Pfalz-Sulzbach, starb jung, woraufhin Carl Theodor mit nur acht Jahren den Titel des Pfalzgrafen zu Sulzbach trug. Am Mannheimer Hof seines Großonkels Carl Philipp genoss der junge Pfalzgraf ab 1735 eine umfassende Erziehung. Geistliche des Jesuitenordens sorgten für seine Bildung – und legten damit auch das Fundament für die Frömmigkeit des späteren Kurfürsten. Nach dem Tod Carl Philipps wurde Carl Theodor 1742 mit 18 Jahren der neue Kurfürst der Pfalz. Dynastische Verbindungen der Familie führten dazu, dass der pfälzische Kurfürst 1777 seinen Machtbereich beträchtlich erweitern konnte: Er erbte das Kurfürstentum Bayern. Von der Residenzstadt München aus regierte er fortan seinen Territorialbesitz, bis zu seinem Tod am 16. Februar 1799.

cARL tHEODOR ALS fREUND DES sCHÖNEN
Wie kaum ein anderer Kurfürst seiner Epoche förderte Carl Theodor in seiner langen Regierungszeit das Aufblühen von Wissenschaft und Kunst und machte sich diesen Fortschritt auch persönlich zu Nutze. Beispielhaft ist der Ausbau seiner Sommerresidenz in Schwetzingen. Hier trieb der Kurfürst die begonnenen Umbauarbeiten seines Großonkels Carl Philipp energisch voran. Der von ihm engagierte französische Architekt Nicolas de Pigage verwirklichte ein „pfälzisches Versailles“. Das Schloss in Schwetzingen entwickelte sich zu einem wahren Musentempel. Die Geistesgrößen der Zeit waren am Hof zu Gast. Der wohl berühmteste Gast: der Philosoph und Schriftsteller Voltaire. In Schwetzingen erfreuten sich Carl Theodor und sein Hofstaat jeden Sommer an Konzerten, Opernaufführungen und Festen. Das künstlerische Niveau war hoch und der Ruf des „Musenhofs“ erreichte ganz Europa. Im Juli 1763 gab das musikalische Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart im Alter von nur sieben Jahren ein Konzert vor dem staunenden Publikum.

Ein Schlossgarten zwischen Frankreich und England
Im Schlossgarten schufen der in Paris ausgebildete Hofgärtner Johann Ludwig Petri und der Architekt de Pigage ab 1753 die bis heute erhaltene prachtvolle Anlage im Stil eines französischen Gartens, geometrisch angelegt, mit Blumenrabatten, beschnittenen Hecken und Wasserspielen. In Bosketten verstecken sich Tempel und Götter. Ein Meisterwerk ist das intime Badhaus des Kurfürsten mit seinem privaten Garten. Neuen Einflüssen und Moden blieb Carl Theodor von der Pfalz Zeit seines Lebens aufgeschlossen. So schickte der Kurfürst den jungen Friedrich Ludwig Sckell in den 1770er Jahren nach England, um den dortigen neuen Gartenbaustil zu studieren. Wieder in Schwetzingen angekommen, gestaltete Sckell einen englischen Landschaftspark. Nahtlos setzt dieser den bestehenden Garten fort und vermittelt den Eindruck eines Stückes perfekt komponierter Natur. Als Carl Theodor 1777 zugleich Kurfürst von Bayern wurde und von München aus regieren musste, wurden seine Aufenthalte in Schwetzingen seltener. Kaum vier Jahre nach seinem Tod fielen Schloss und Stadt an Baden. Das 18. Jahrhundert auf seiner letzten und höchsten Blüte – das ist die Epoche des Kurfürsten Carl Theodor.

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#Welde Digitale Weihnachtsbier-Probe am 10.12.2020 – Live aus dem Welde Brauhaus

Weihnachtsbier-Probe
Zwölfte digitale Bierprobe aus dem Welde Brauhaus mit jahreszeitlich passenden Saisonbieren – Weizen-Eisbock wird selbstgemacht

Plankstadt/Schwetzingen, 4. Dezember 2020 – Für dieses Jahr ist es die letzte Bierprobe, die die Welde Biersommeliers Max Spielmann und Malte Brusermann live aus dem Welde Brauhaus senden. Winter- und Weihnachtsbiere aus Schottland, Hamburg, Berlin und Plankstadt stehen diesmal zur Verkostung bereit. Außerdem wird im Vorfeld ein Eisbock in der heimischen Tiefkühltruhe hergestellt. Leider sind die Bierpakete bereits ausverkauft, aber Zuschauen ist auch ohne passendes Paket kostenlos möglich und ein interessanter Spaß.

Unweit von Aberdeen, im Nordosten Schottlands, liegt Ellon, die kleine Heimatstadt der Brauerei Brewdog. „Hoppy Christmas“ heißt das Simcoe IPA in der 0,33l-Dose, ein hauptsächlich mit Simcoe-Hopfen eingebrautes India Pale Ale mit 7,4% vol.alc. „Ein festlicher, fruchtiger Kerl, der haufenweise Zitrusaroma mitbringt“, so beschreiben die schottischen Macher ihre Spezialität. Aus Hamburgs erster, 2014 gegründeter Bio-Brauerei Wildwuchs Brauwerk kommt ein „Bock d‘Orange“ auf den Tresen. Das fruchtige Starkbier wird von den Aromen des Hopfens Mandarina Bavaria dominiert und kommt auf einen Alkoholgehalt von 7,9%. Schoppe Bräu aus Berlin-Kreuzberg wartet mit ihrem unfiltrierten „All I want for XMAS is Roggn Roll“ auf. Das bernsteinfarbene Brown Ale wurde mit Bio-Callista-Hopfen und Roggenmalz gebraut und enthält 6,0% vol.alc. Seine süße, würzige Malzbasis spielt laut Geschmacksbeschreibung „mit dem Duft nach Cranberry-Torte mit Zitrusschale und einer hopfigen Bittere im Abgang“. Mit dem „Bourbon Barrel Bock“ aus der Plankstadter Welde Braumanufaktur ist ein fassgereiftes Bockbier mit feiner Bourbon-Kopfnote dabei. Mit einem Alkoholgehalt von 6,6% gehört es zu den etwas weniger starken Bockbieren. Bereits ausverkauft ist der Kurpfalzbräu „Eisbock“, für diese Bierprobe stellten die Brauer in Plankstadt 220 Flaschen zurück. Der Eisbock wurde traditionell gebraut und anschließend acht Wochen im Tank ausgefroren. Die „Essenz des Bieres“ verzeichnet über 8%vol.alc. und zeichnet sich durch malzige Süße und angenehme Bittere aus.

Do it youself
Selbermachen ist In und macht Spaß, das gilt auch für einen selbstgemachten Weizen-Eisbock. Benötigt werden dazu eine große Plastikflasche, ein Flaschenöffner, ein Haushaltstrichter und – natürlich – Bier. Für die zwölfte Bierprobe soll es ein „Ur-Weizen“ von Kurpfalzbräu sein. Warum eine Plastikflasche? Weil das Bier in diese Flasche umgefüllt werden und dann in der Tiefkühltruhe oder im Gefrierschrank einige Stunden gefroren und regelmäßig gedreht werden muss. Da sich die Flüssigkeit beim Gefrieren ausdehnt, kann die Plastikflasche nachgeben, während die Glasflasche platzt. Zu guter Letzt die gefrorene Plastikflasche kopfüber über die mit dem Trichter versehene Bierflasche hängen und den Verschluss öffnen. Dann geht’s tropfenweise weiter, gefolgt von einer wahren Geschmacksexplosion beim Genießen. Ein Versuch, für den sich so ziemlich jedes Bier eignet, einfach mal ausprobieren.
Übrigens: am 14. Januar 2021 geht’s weiter mit der 13. Bierprobe, gestartet wird mit einer Foodpairing-Verkostung mit „Bier & Käse“.