#Ausstellung #UNESCO #Welterbe #Kloster #Lorsch „Aus Ton und Sand: Mönch und Nonne, Fab elwesen“

Ausstellung ǀ UNESCO Welterbe Kloster Lorsch

Kloster Lorsch zeigt verborgene Kostbarkeiten aus Keramik

Von Mönch-Nonne-Bedachung bis Schmuckfußböden: Ausstellung „Aus Ton und Sand“ im Schaudepot Zehntscheune präsentiert ab 4. Juni vielfältiges keramisches Wissensarchiv der Lorscher Klostergeschichte.

LORSCH. Keramik ist einer der ältesten Werkstoffe der Menschheit und doch ist ihre Verwendung als mittelalterliches, teils verziertes Bauelement bislang nur wenig beachtet. Das UNESCO Welterbe Kloster Lorsch verfügt über einen bedeutenden Bestand an baukeramischen Funden aus den ehemaligen Klostergebäuden, der in der Vergangenheit bei archäologischen Ausgrabungen auf dem Klosterareal immer wieder zutage gefördert wurde.
Die aktuelle Sonderausstellung „AUS TON UND SAND: MÖNCH UND NONNE, FABELWESEN. Baukeramik im Kloster Lorsch“, die vom 4. Juni bis 3. September 2017 im Schaudepot Zehntscheune des UNESCO Weltkulturerbe Kloster Lorsch gezeigt wird, stellt die ersten Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung der Lorscher Keramik vor. Damit sind die Fundstücke, die seit dem Zweiten Weltkrieg in einem externen Depot eingelagert waren, erstmals wieder am Ort ihrer Herkunft, dem Kloster Lorsch, zu sehen. Die rund 500 ausgestellten Objekte geben Auskunft über den vielfältigen Einsatz keramischer Erzeugnisse und ihrer Funktionen im Verlauf der 800-jährigen Klostergeschichte: vom ganz praktischen Einsatz des Materials für Dachdeckungen und Heizsysteme bis zu repräsentativen, bunt glasierten und verzierten Kacheln. Ein Highlight stellt die Präsentation des einzigen, noch am ursprünglichen Ort aufgefundenen Schmuckfußbodens dar, der bei archäologischen Grabungen der 1930er Jahre entdeckt wurde. Naturwissenschaftliche Analysen durch die Universität Heidelberg zeigen, welche Methoden zur besseren Erforschung von Herkunft und Entstehungszeit keramischer Erzeugnisse heute eingesetzt werden.

Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, dahinter verbergen sich bei näherer Betrachtung wahre Kostbarkeiten, die den Forschern wichtige Informationen besonders über jene Zeiten der ehemals bedeutenden Reichsabtei geben, die noch weitgehend im Dunkeln liegen. Überreste von verzierten Tonfußböden, Dachziegel, Ofenkacheln und eine aus mehreren Teilen bestehende Warmluftheizung (Hypokaustenanlage) geben Auskunft über das ganz praktische Leben der Mönche und Bewohner im Verlauf der Klostergeschichte (8. bis 17. Jh.). Sie erzählen aber auch von notwendigen Umbaumaßnahmen, etwa infolge von Bränden, technischem Know-how sowie wechselnden Moden und Ansprüchen im Kloster.

Ein Archiv der besonderen Art

„Es ist ein Archiv der besonderen Art, das vor allem auch Einblicke in die kaum erforschte spätere Zeit des Klosters vom 12. bis zum 17. Jahrhundert ermöglicht“, sagt Dr. Hermann Schefers, Leiter der UNESCO Welterbestätte Kloster Lorsch.
Die Kuratorin der Ausstellung, Tina Kotlewski M.A., die sich der Herausforderung gestellt hat, die Vielzahl der tönernen Objekte, die bis dahin in verschlossen Kisten lagerten, zu sichten zu sortieren und auszuwerten freut sich über die ersten Ergebnisse und denkt schon weiter: „Es lohnt sich, die keramischen Überreste, die nun erstmals einer systematischen Erforschung unterzogen wurden, genauer zu analysieren. Die Stücke vermitteln nicht nur eine Ahnung von der Bedeutung und Kostbarkeit der Erzeugnisse im Kloster Lorsch. Sondern ihre aufwendige Produktion und präzise Verarbeitung zeigt auch, welch großer Wert zu unterschiedlichen Zeiten auf die bauliche Ausstattung im Kloster gelegt wurde“, erklärt die Kuratorin.

Erste Ergebnisse und naturwissenschaftliche Untersuchungen

„Eine wichtige Erkenntnis, die wir neben präziseren Zuschreibungen und Datierungen gewinnen konnten ist, dass die baukeramischen Erzeugnisse wohl nicht im Kloster selbst hergestellt worden sind. Dafür spricht, dass in Lorsch keine größeren Brennöfen bezeugt sind. Vermutlich bezogen die Mönche das Material von größeren Produktionsstätten am Rhein oder in Rheinnähe“, so Kotlewski weiter.
Doch sieht sich die Forscherin erst am Anfang. Sie hofft, vor allem durch den Einsatz naturwissenschaftlicher Untersuchungsmethoden das Wissen um das ehemalige Kloster Lorsch künftig vertiefen zu können. In der Ausstellung verdeutlicht dies eine naturwissenschaftliche Station mit keramischen Laborproben Mikroskopen und ersten Ergebnissen. Unterstützung bei diesem Vorhaben erhält das Kloster Lorsch von Prof. Dr. Ulrich A. Glasmacher vom Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg. „Gerade aufgrund der Zusammensetzung des Materials Keramik lassen sich mit modernsten technischen Verfahren wie dem Einsatz von Röntgenstrahlen, Laser oder der sogenannten Dünnschliff-Analyse nicht nur wichtige Erkenntnisse über die Datierung eines Objekts gewinnen, sondern auch Aussagen über den Herkunftsort des Rohstoffs, die Herstellungsverfahren und mögliche Handelswege treffen“, erläutert Glasmacher.
Auch Welterbestättenleiter Dr. Hermann Schefers ist überzeugt, dass der Einsatz präziserer und moderner naturwissenschaftliche Untersuchungen nicht nur lohnend, sondern absolut notwendig ist, um gerade dort, wo die schriftliche Quellen schweigen, mehr über das Leben der Menschen im Kloster Lorsch zu erfahren.

Die Ausstellung „Aus Ton und Sand: Mönch und Nonne, Fabelwesen“ ist vom 4. Juni bis 3. September 2017 im Schaudepot Zehntscheune des UNESCO Welterbe Kloster Lorsch zu sehen. Eintrittspreis 3 €, ermäßigt 2 € pro Person. Ein reich bebilderter Begleitband zur Schau ist für 5 € erhältlich. Zur Ausstellung werden Führungen angeboten.

Am 13. Welterbetag, dem 4. Juni, werden um 13 Uhr und um 14.30 Uhr kostenlose Führungen durch die Ausstellung angeboten.
Außerdem lädt die Museumspädagogik ab 11 Uhr zu kostenlosen Aktionen ein unter dem Titel „Lilienstab und Spitzoval“ (im Adalherhaus gegenüber des Schaudepot Zehntscheune).

Weitere Informationen: www.kloster-lorsch.de

VERANSTALTUNGSPROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG

Die Ausstellung wird von einer Vortragsreihe begleitet:

13. Juli: Harald Rosmanitz, Ofenkeramiken vom Typ Tannenberg
10. August: Prof. Dr. Ulrich A. Glasmacher, Naturwissenschaftliche Untersuchung von Baukeramik
31. August: Tina Kotlewski, Finissage

Die Vorträge finden jeweils um 19 Uhr im Schaudepot Zehntscheune statt.
Der Eintritt ist frei.

Hinweise an die Redaktionen
Bildmaterial zum Download finden Sie unter:

www.kloster-lorsch.de/meta/bildarchiv/

Über die Veröffentlichung der Meldung würden wir uns sehr freuen!

Mit freundlichen Grüßen
Gabi Dewald

http://www.kloster-lorsch.de

Gabi Dewald
– Leitung –
Kultur- und Tourismusamt
Magistrat der Stadt Lorsch
Stiftstrasse 1
64653 Lorsch
Tel. 0049/(0) 62 51/59 67-501
Fax 0049/(0) 62 51/59 67-555
Mobil 0049/(0) 1 72/46 88 795
KULTour
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