#Lorsch : Das Blütenfeuerwerk beginnt

Das Blütenfeuerwerk beginnt

Erste Blüte im Lorscher Pfingstrosengarten offen

Unbeeindruckt von der Corona-Pandemie wächst und grünt die Natur wie in jedem Frühling. Auch im Lorscher Pfingstrosengarten kündigt sich die vor uns liegende Saison mit Macht an: Die erste Blüte ist offen! Dabei handelt es sich um eine chinesische Wildform mit dem Namen Mairei. Jetzt beginnt im Garten die schönste Zeit. Und für die Frauen, die diesen Lehr- und Schaugarten ehrenamtlich betreuen, ist – wie jedes Jahr – jetzt besonders viel Arbeit angesagt. Petra Raulin, die Leiterin der ehrenamtlichen Pfingstrosengärtnerinnen, ist deshalb mit ihren Frauen im Einsatz. „Selbstverständlich unter Einhaltung der erforderlichen Kontaktregeln“, wie das Kultur- und Tourismus-Amt bestätigt.

Die Frauen sehen allerdings die diesjährigen Pfingstrosentage in ihrer Durchführung gefährdet. Noch sind diese nicht abgesagt, aber die Zeichen mehren sich, dass es dahin kommen kann. „Das ist natürlich jammerschade“, sind sich die Päonienfreundinnen einig. Denn es war schon allerhand geplant. Unter anderem die Eröffnung eines „Nibelungenbeetes“, eine Idee aus dem Pflege-Team. „Es gibt bereits etliche Pfingstrosen, die nach Figuren des Nibelungenliedes benannt sind“, so Raulin. Dabei handelt es sich überwiegend um Stauden des Pfingstrosenzuchtbetriebes Michael Miely aus dem österreichischen Wels. Außerdem sollten drei Züchtungen des Alzeyer Pfingstrosenexperten Volker Emrich neu getauft werden auf die Namen „Rhein“, „Worms“ und „Burgund“. Beide Züchter sind enge und sehr unterstützende Partner des Spezialprojektes in Lorsch. Das wäre nach der Taufe einer Lactiflora-Päonie auf den alten Namen Lorschs 2014 (Paeonia lactifloraora Laureshamensis), die erste weitere Taufe in dem Garten gewesen. Erst im Februar war mitgeteilt worden, dass die weißblühende Staude ins Register der American Peony Society eingetragen worden war.

„Für die Pfingstrosentag hatten wir auch über 70 Baum- und Strauchpäonien zum Verkauf bei Emrich und Miely bestellt“, sagte Heike Gärtner-Deinl, die nicht nur den Garten pflegt, sondern auch als Stadtführerin tätig ist. Doch die Bestellungen wurden nun vorsichtshalber storniert. „Es gibt zudem derzeit größere Probleme, was Versendungen von Pflanzen aus Österreich betrifft“, brachte Kim Brunner vom koordinierenden Lorscher KULTour-Amt in Erfahrung. Die Gärtenrinnen hatten außerdem schon im Herbst Ableger aus dem Lorscher Garten ausgegraben und getopft für den Verkauf an den Pfingstrosentagen. „Auch diese Pflanzen müssen wir nun erstmal selbst weiterpflegen“, so die Frauen. Ein Verkauf im Herbst, das wissen sie aus Erfahrung, ist unattraktiv: „Die Leute wollen die Blüten sehen – dann kaufen sie.“

Den Pfingstrosen sind die Sorgen der Menschen erstmal herzlich egal – zum Glück. Die Saison beginnt pünktlich Ende März, die nächsten Blüten kündigen sich mit dicken Knospen bereits an. Was nun folgt, ist über die nächsten Wochen ein „Slow-Motion-Feuerwerk der hier gepflanzten über 170 Arten und Sorten dieser unvergleichlichen Superblüher“, wie sich KULTour-Amtsleiterin Gabi Dewald ausdrückt. In dem sehr gut gepflegten Garten laden jetzt schon weitere Frühjahrsblüher zum Besuch ein. „Natürlich gilt auch hier die zur Zeit herrschende Abstandregelung“, weist das KULTour-Amt noch einmal ausdrücklich auf die Corona-Maßnahmen hin. „Doch es ist einfach herzerfrischend und irgendwie auch ermutigend zu sehen, was hier vor sich geht und uns zu sagen scheint: Das Leben geht weiter!“ Der Lorscher Pfingstrosengarten, mit seinen überbordenden, verschwenderischen Blütenpracht, ist mit seiner kurz bevorstehenden Blüte, die sich über etwa zwei Monate hinzieht, dabei ein wahres Sinnbild der Lebensfreude, der Schönheit.

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